Hundekrankheiten in Südeuropa & im Mittelmeerraum


Im folgenden möchten wir auf einige Krankheiten aufmerksam machen, die besonders in Südeuropa und im Mittelmeerraum verbreitet sind. Viele Hundebesitzer lernen diese Krankheiten leider oft dann erst kennen, wenn es schon zu spät ist und ihr Hund bereits erkrankt ist. Wir möchten mit diesen Basis-Informationen lediglich den Bekanntheitsgrad dieser Krankheiten erhöhen; für ausführliche Informationen über diese und andere in Südeuropa verbreitete Tierkrankheiten, sowie die für Ihren Hund geeigneten Präventions- und Therapiemassnahmen, fragen Sie bitte Ihren Tierarzt.

Leishmaniose (Leishmania Canis)
Die Leishmaniose ist eine in Südeuropa vorkommende Krankheit, die durch den Stich der Sandmücke übertragen wird. Die Sandmücke kommt in allen südlichen Ländern vor, z.B. in der Türkei, in Griechenland, Portugal, Südfrankreich, Spanien, den Kanarischen Inseln, Italien, zum Teil auch in Deutschland (bisher nur Baden-Württemberg) sowie in der Schweiz.
In Südspanien dauert die Sandmückensaison generell vom Frühling (Februar/März) bis zum Spätherbst (Oktober/November) - ganz besonders stark ist das Vorkommen aber im Hochsommer. Sandmücken sind windempfindlich, sind also nie direkt am Meer und fliegen nur nachts, etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang bis eine Stunde vor Sonnenaufgang. Sandmücke  © Sinclair Stammers

Symptome
Die klinischen Anzeichen für eine Leishmanioseerkrankung variieren beim Hund sehr stark und machen somit das Erkennen einer Leishmaniose sehr schwer. Als erste Anzeichen werden das Ausfransen der Ohren beschrieben (wie von Fliegen angeknabberte Ohrränder). Häufig kommt es dabei zu kleinen Einrissen, meist mit Schuppenbildung an Ohren, Kopf, schließlich am gesamten Körper. Begleitet wird das Ganze von offenen, kleinen Hautwunden. Diese Wunden sind meist rund und verheilen extrem schlecht. Diese Hautwunden befallen nach und nach Kopf, Hinterbeine, und schliesslich auch den gesamten Körper. Befallene Tiere leiden an Appetitlosigkeit, starkem Krallenwachstum, Haarausfall, Nasenbluten, chronischem Durchfall, und verlieren an Gewicht. Es folgen Blutarmut, Lahmheit, zum Schluß Nierenversagen, die häufigste Todesursache bei erkrankten Tieren.

Vorbeugung & Prophylaxe
Wenn Sie eine Reise in eines der oben genannten Länder planen, ist es wichtig, rechtzeitig die notwendigen Vorbeugemassnahmen zu treffen, um Ihren Hund ausreichend vor Sandmückenstichen schützen. Wir selbst haben sehr gute Erfahrungen mit dem SCALIBOR® Halsband (Firma Intervet) gemacht. Scalibor können Sie über Ihren Tierarzt beziehen; hier in Spanien gibt es Scalibor in allen grösseren Tierhandlungen zu kaufen. Das Scalibor Halsband sollte dem Hund am besten schon mindestens eine Woche vor Reisebeginn angelegt werden, damit sich der Wirkstoff (Deltamethrin) über die Haut verteilen kann und somit effektiven Schutz bietet. Das Halsband schützt auch vor anderen Parasiten (Flöhe und Zecken) und ist gegen Sandmücken etwa 6 Monate lang wirksam.

Herzwurmerkrankung oder Dirofilariose (Dirofilaria Immitis)
Herzwürmer sind innere Parasiten (Endoparasiten), die von normalen Stechmücken auf Hunde übertragen werden. Im Erwachsenenstadium, ungefähr 6-7 Monate nach dem infektiösen Stich, beginnen die Herzwürmer damit, Herz und Lunge des Hundes zu schädigen. Ein Hund kann von einem oder von hunderten von erwachsenen Herzwürmern befallen werden, die eine Länge von 15 - 35 cm erreichen können. Obwohl es sich bei Dirofilariose hauptsächlich um eine Hundekrankheit handelt, können auch Katzen, Frettchen, Füchse, Kojoten und Wölfe von den Parasiten betroffen werden.
Symptome 
Meistens gibt es keine eindeutigen klinischen Symptome. Besonders Hunde, die noch nicht lange infiziert sind, weisen zunächst keinerlei Anzeichen dieser Krankheit auf. Ein Hund, der schon längere Zeit an Dirofilarioses leidet, kann Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und chronischen Husten aufweisen, ermüdet schnell bei körperlicher Bewegung und kann, während oder nach der körperlichen Anstrengung, sogar ohnmächtig werden (aufgrund von Herzinsuffizienz). Der Tierarzt kann anhand einer Blutuntersuchung auf Mikrofilarien die Herzwurmerkrankung feststellen und entsprechende therapeutische Massnahmen einleiten.
Vorbeugung & Prophylaxe
Die Vorbeugemassnahmen sollten überall dort eingesetzt werden, wo die Krankheit häufig vorkommt, d. h. endemisch ist und die Hunde den Stechmücken ausgesetzt sind. Sollten Sie vor haben, Ihren Hund in ein südliches Urlaubsziel mitzunehmen, wo es Herzwürmer gibt, ist eine Prophylaxe dringend zu empfehlen.
Eine moderne Methode zum Schutz gegen Difilariosie besteht aus einer monatlichen Vorbeuge-Medikation. Wir selbst haben sehr gute Erfahrungen mit PROGRAM PLUS® (Firma Novartis) gemacht. Program Plus wird in Tablettenform angeboten, und zwar in verschiedenen, dem Gewicht des Tieres entsprechenden Grössen. Das Medikament verabreicht man innerhalb desselben Monats, in dem der Hund den Stechmücken ausgesetzt gewesen ist; anschliessend gibt man die Tablette dann einmal monatlich, die ganze Zeit über, solange das Tier mit Stechmücken in Berührung kommt. Die letzte Dosis gibt man dann einen Monat später, nachdem die Stechmückenzeit vorbei ist. In Gebieten wie hier bei uns in Südspanien, wo es das ganze Jahr über Moskitos gibt, wiederholt man die Herzwurmprophylaxe einmal im Monat, das ganze Jahr lang.
 

 




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